Was besagt die Lichtstärke bei Objektiven?

Einfach gesagt, besagt die Lichtstärke eines Objektivs, wie viel Licht das Objektiv bei voll geöffneter Blende auf den Film/Sensor lässt.

Bei einem Objektiv mit Festbrennweite von 50mm / f1,8 bedeutet dies, dass das Objektiv eine Lichtempfindlichkeit von 1 zu 1,8 besitzt. Hätte das Objektiv keinerlei Lichtverlust, würde der Wert 1 zu 1 betragen. Ein Wert nahe 1 ist somit ein sehr guter Wert. Leider geht jedoch durch die Anzahl, Lichtbrechungen und Qualität der Linsen Licht verloren. Daraus erklärt sich auch der Preisunterschied von lichtstarken zu einfachen Objektiven. Bei lichtstarken Objektiven werden in der Regel qualitativ hochwertige Komponenten verbaut, um die gute Lichtleistung zu erreichen.

Bei Zoom-Objektiven sieht das ganze etwas anders aus. Hier werden bewegliche Linsengruppen in das Objektiv verbaut und verändern dadurch die optische Brennweite. Durch das mehr an Linsen, reduziert sich jedoch der Lichteinfall.

Bei einem Objektiv bedeutet das, dass bei einer Brennweite von 15mm die Lichtstärke 1 zu 3,5 beträgt. Bei einer Brennweite von 85mm nimmt diese jedoch deutlich auf 1 zu 5,6 ab. Das bedeutet, dass bei dem Zoomobjektiv in der Telestellung deutlich weniger Licht auf dem Sensor ankommt, was dann durch eine höhere ISO-Zahl oder der Verlängerung der Belichtungszeit ausgeglichen werden kann. Daher ist gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen ein lichtstarkes Objektiv von Vorteil.
Wobei die Lichtstärke nicht das einzige Qualitätskriterium ist. Wenn zum Beispiel überwiegen draußen bei guten Lichtverhältnissen fotografiert wird, kann man auch mit weniger lichtstarken Objektiven gute Ergebnisse erzielen. Außerdem kann ein super lichtempfindliches Objektiv zum Beispiel Schwächen in der Schärfe, Farbgebung und Abbildungsleistung haben, was bei einem lichtschwächeren Objektiv vielleicht nicht der Fall ist. Erst die Summe der Einzelkomponenten macht ein gutes Objektiv aus.

Schwieriger wird das ganze natürlich bei Kompaktkameras. Da die Kameras in ihrer Bauart immer kleiner werden, werden auch die Objektivdurchmesser immer kleiner, so dass von vornherein weniger Licht am Bildsensor ankommt, was vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen schneller zu schlechteren Bildergebnissen führt. Hersteller, die in bessere Objektivleistungen durch bessere Linsen Geld investieren, können daher ihre Kameras selten zu Discounterpreisen anbieten. Qualität hat halt seinen Preis.

Manfred Kloiber, Eudard-Breit-Straße 3/2/1, 3820 Raabs an der Thaya, Mail: foto@mafti.at